Fusion vollzogen: Paramount und Warner Bros. sind jetzt Skydance
Paramount hat die Übernahme von Warner Bros. Discovery am 6. Oktober abgeschlossen. Der neue Konzern heißt Skydance – DC, HBO, Harry Potter und Star Trek liegen jetzt unter einem Dach. Das steht fest und so geht es weiter.
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Es ist vollzogen: Paramount hat die Übernahme von Warner Bros. Discovery am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, abgeschlossen. Der fusionierte Konzern heißt Skydance – wie das Studio, das David Ellison vor 20 Jahren gegründet hat –, der Kaufpreis liegt bei rund 110 Milliarden Dollar. „Heute ist ein historischer Tag, nicht nur für Skydance, sondern für unsere ganze Branche”, erklärte Ellison laut The Hollywood Reporter. „Von Anfang an war es unser Ziel, diese beiden traditionsreichen Studios zusammenzuführen. Jetzt ist dieses Ziel Wirklichkeit.”
Für Genre-Fans ist das keine Randnotiz aus dem Wirtschaftsteil. Unter einem Dach liegen ab sofort das DC-Universum, die Wizarding World rund um Harry Potter, Game of Thrones, Dune und der komplette HBO-Katalog – und auf der anderen Seite Star Trek, Transformers und Mission: Impossible. Wer entscheidet, welche dieser Marken in den nächsten Jahren Geld bekommt, ist jetzt dieselbe Konzernspitze.
Was mit dem Abschluss feststeht
Die Aktie des neuen Konzerns wird seit Dienstag an der New York Stock Exchange gehandelt, die bisherigen Papiere von Paramount und Warner Bros. Discovery an der Nasdaq sind eingestellt, wie Deadline berichtet. Paramount und Warner Bros. bleiben als Studiomarken bestehen. Geführt wird Skydance von Ellison als Chairman und CEO sowie Co-CEO Ynon Kreiz. HBO-Chef Casey Bloys verantwortet das Streaming mit HBO Max und Paramount+, die Filmgruppe leiten Dana Goldberg und Josh Greenstein. James Gunn und Peter Safran bleiben als Co-Chairmen an der Spitze von DC Studios – was das für das DCU heißt, haben wir bereits eingeordnet.
Grünes Licht hatte der Deal zuvor von den Warner-Aktionären und von Behörden in 68 Rechtsräumen bekommen, darunter das US-Justizministerium, die Medienaufsicht FCC, die EU-Kommission und die britische Wettbewerbsbehörde CMA. Am Dienstag stand auf dem Warner-Gelände in Burbank zunächst eine Mitarbeiterversammlung an, danach ein Termin mit der Presse. Die Aufgabe, vor der Ellison und Kreiz jetzt stehen, ist gewaltig: zwei Konzerne zusammenführen und dabei mehr als 80 Milliarden Dollar Schulden abbauen.
Ellison: „Der Abschluss ist erst die Startlinie”
Ellison hatte schon im September die Erwartung gedämpft, dass mit dem Stichtag alles geklärt sei. „Der Abschluss ist wirklich erst die Startlinie”, schrieb er damals in einem internen Memo an die Belegschaft. „Zwei Unternehmen dieser Größe zusammenzuführen braucht Zeit.” Öffentlich wurde er deutlicher: Man habe „vollständige Freigabe für diese Fusion”.
Eine der offenen Fragen hatte er in derselben Woche beantwortet – und zwar die, mit der er zuvor Druck auf Kalifornien gemacht hatte. Der Hauptsitz des fusionierten Konzerns bleibe in Los Angeles: „Wir gehen nirgendwohin. Unsere Geschichte ist hier, und hier wird unsere Zukunft gebaut.” Ellison hatte zuvor damit gedroht, den Studiobetrieb nach Texas oder Tennessee zu verlegen, sollte bis zum 1. Oktober kein Vergleich stehen.
Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der die Koalition der zwölf Staaten angeführt hatte, stellte vor der Presse klar, wie er den Vergleich verstanden wissen will: „Diese Einigung ist kein Vertrauensbeweis für diese Fusion. Sie ist kein Segen für den Zusammenschluss.” Sein Maßstab war ein anderer Deal: Die Vereinbarung sei „das Gegenteil von Disney-Fox”, wo nach der Fusion die Zahl der produzierten Filme massiv eingebrochen sei.
Was im Vergleich tatsächlich steht
Richterin Araceli Martínez-Olguín hat den Vergleich zwischen Paramount und den zwölf Bundesstaaten am 30. September gebilligt; er gilt als Consent Decree für fünf Jahre. Paramount verpflichtet sich, seine Studiogelände weiter zu betreiben und über fünf Jahre 1,5 Milliarden Dollar in US-Film- und Serienproduktion zu investieren. Für CNN und CBS News entsteht ein Gremium für redaktionelle Unabhängigkeit. Der kostenlose Streamingdienst Pluto TV wird eigens geschützt und darf nicht abgewickelt werden.
Die schärfste Klausel betrifft die Zahl der Kinofilme: mindestens 30 Starts im Jahr. Für jeden Film, der an dieser Vorgabe fehlt, werden laut TheWrap 30 Millionen Dollar Strafe fällig, im äußersten Fall muss der Konzern seinen Anteil von 49 Prozent an Miramax abgeben. Nach einem Bericht von Deadline dürfte Paramount die Vorgabe ohnehin übertreffen, weil für 2027 bereits ein Programm mit 36 Filmen in Arbeit ist.
Parallel hat auch die Drehbuchautoren-Gewerkschaft WGA ihre Kartellklage beigelegt. Der Preis dafür: fünf Jahre lang keine Entlassungen von Autorinnen und Autoren bei CBS News sowie 17,5 Millionen Dollar für den Gesundheitsfonds der Gewerkschaft. Einen Verkauf von Kabelsendern verlangt der Vergleich nicht; er droht aber als Strafe – etwa für BET, VH1 und Comedy Central –, falls Paramount gegen die Auflagen verstößt.
Sieben Millionen Dollar am Tag
Der Zeitdruck kam aus dem Vertrag selbst. Ab dem 1. Oktober hätte Paramount eine sogenannte Ticking Fee an Warner zahlen müssen: 25 Cent je Aktie und Quartal, umgerechnet rund 7 Millionen Dollar pro Tag oder 650 Millionen im Quartal, so lange der Deal nicht abgeschlossen ist. Bis zum eigentlich angesetzten Prozesstermin im März 2027 hätte das laut Deadline an die zwei Milliarden Dollar gekostet.
Das Los Angeles Economic Development Corporation hatte den möglichen Schaden eines Wegzugs auf bis zu 21,2 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung und knapp 58.000 Vollzeitstellen im Jahr beziffert. Bonta hatte bis zuletzt auf strukturelle Zugeständnisse bestanden – und sie am Ende auch bekommen, wenn auch kleinere, als die Gegner der Fusion gefordert hatten.
International war Paramount schon vorher geliefert
Außerhalb der USA standen die Bedingungen bereits fest. Der Konzern muss seinen Anteil am Vertriebs-Joint-Venture United International Pictures binnen 13 Monaten abgeben und darf zehn Jahre lang keine gemeinsamen Kinostarts mit Universal im Europäischen Wirtschaftsraum vereinbaren.
In Großbritannien sicherte Paramount der Regierung zu, lineare Sender nicht mit den Streamingdiensten zu verschmelzen, die redaktionelle Unabhängigkeit der Nachrichten- und Kindersender zu wahren und Channel 5 zusätzlich zu finanzieren.
Was das für DC, HBO und Star Trek heißt
Paramount hatte im Februar 31 Dollar je Aktie geboten, was Warner Bros. Discovery mit 81 Milliarden Dollar Eigenkapital und rund 110 Milliarden Dollar Unternehmenswert bewertete. Finanziert wurde das mit 47 Milliarden Dollar Eigenkapital und 54 Milliarden Dollar Fremdkapital. Sparzwang ist damit eingebaut, und die Frage, welche Franchises ihn spüren, ist offen.
Bei DC hatte James Gunn den Verdacht, die Fusion lege Projekte auf Eis, im August ausdrücklich dementiert. Kurz zuvor waren allerdings die Serien Waller und Paradise Lost gestrichen worden, und die DC Studios verschoben ihre Kraft zurück ins Kino. Welche neun Marken das neue Imperium tragen sollen, haben wir bereits im Frühjahr in einer Übersicht eingeordnet. Alle Stationen der Übernahme bündelt unsere Chronik der Fusion.
Der Widerstand bleibt laut
Die Gegner der Fusion hatten bis zuletzt protestiert. „Wag es ja nicht, einzuknicken”, hatte Mark Ruffalo den Generalstaatsanwalt öffentlich aufgefordert; nach der Einigung warf er Gouverneur Gavin Newsom vor, einen „riesigen Sieg” verschenkt zu haben. Mehr als 5.000 Schauspielerinnen und Schauspieler, darunter Jane Fonda, hatten einen offenen Brief gegen den Deal unterzeichnet; SAG-AFTRA und die Teamsters stellten sich ebenfalls dagegen.
Die Koalition Block the Merger nannte sich nach dem Vergleich „enttäuscht” und „wütend” und kündigte an, das sei „nicht das Letzte”, was man von ihr höre. Paramount hält dagegen, die Fusion sei wettbewerbsfördernd und verschaffe dem Konzern überhaupt erst eine Chance gegen Netflix und Amazon.
Wie es weitergeht
Mit dem Abschluss beginnt die eigentliche Arbeit: zwei Konzerne mit doppelt besetzten Abteilungen und zwei Filmstudios mit teils konkurrierenden Startplänen. Die Führung bis in die erste Reihe steht, die zweite Reihe will Skydance nach dem Abschluss benennen. HBO Max und Paramount+ sollen vorerst als getrennte Marken weiterlaufen.
Was der Zusammenschluss konkret für die Startpläne von DC, für die HBO-Serie zu Harry Potter oder für die Zukunft von Star Trek bedeutet, wird sich erst zeigen, wenn der neue Konzern seine Prioritäten benennt. Seit Dienstag ist zumindest klar, wer diese Entscheidungen trifft.
Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026. Der fusionierte Konzern heißt Skydance und wird an der New York Stock Exchange gehandelt.
Skydance. Paramount und Warner Bros. bleiben als Studiomarken bestehen, geführt wird der Konzern von David Ellison und Co-CEO Ynon Kreiz.
James Gunn und Peter Safran bleiben als Co-Chairmen an der Spitze von DC Studios.
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