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„Sehr, sehr interessiert“: Gough und Millar wollen die „Smallville“-Fortsetzung wie einen langen Film erzählen

Die Smallville-Schöpfer Alfred Gough und Miles Millar wären bei der animierten Fortsetzung dabei, aber ohne Gegner der Woche. Dazu verraten sie, warum der Aquaman-Ableger scheiterte und welche Serie danach kommen sollte.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·Aktualisiert ·7 Min. Lesezeit
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„Sehr, sehr interessiert“: Gough und Millar wollen die „Smallville“-Fortsetzung wie einen langen Film erzählen
Skydance

Die Schöpfer von „Smallville” stehen hinter der geplanten Fortsetzung, und sie haben schon eine Vorstellung davon, wie sie aussehen müsste. „Wir wären sehr, sehr interessiert daran“, sagte Miles Millar im Interview mit ScreenRant zum 25. Jubiläum der Serie. Statt einer Staffel mit Gegnern der Woche schwebt ihm und Alfred Gough eine Erzählung vor, die eher „ein langer Film“ wäre – so, wie die beiden heute „Wednesday” für Netflix bauen.

Millar: Kein „Freak of the Week“, sondern ein langer Film

Viel Zeit haben die beiden in das Projekt bislang nicht gesteckt, das räumt Gough offen ein. Man sei „ein bisschen beschäftigt in einer anderen Welt“ gewesen, und Warner Bros. habe seine „vielen Machenschaften“ durchlaufen. Millar dagegen klingt, als hätte er längst darüber nachgedacht: Ihn reize, mit dem Ansatz von Wednesday zu zeigen, wo diese Figuren 20 Jahre später stehen. Die Darsteller seien „immer noch so großartig“, das Publikum sei da. Die eigentliche Hürde liege woanders: „Es kommt darauf an, ob Warner Bros. Appetit darauf hat.“

Damit setzen die Serienmacher einen anderen Akzent als Michael Rosenbaum. Der Lex-Luthor-Darsteller wollte im Oktober ausdrücklich die „Freaks of the Week“ zurückbringen, die die frühen Staffeln prägten. Einig sind sich alle Beteiligten nur in einem: Ohne grünes Licht von Warner Bros. bleibt die Animationsserie, in der das alte Ensemble seine Figuren selbst sprechen soll, eine Idee mit Poster und ersten Zeichnungen.

Das Smallville-Universum, das nie kam

Im selben Gespräch erinnern Gough und Millar an einen Ableger, der beinahe Serie geworden wäre. Nach der fünften Staffel drehten sie einen Pilotfilm zu Aquaman – allerdings nicht mit Alan Ritchson, der Arthur Curry in Smallville gespielt hatte, sondern mit Justin Hartley in der Titelrolle. Ritchson habe damals gerade erst mit der Schauspielerei begonnen, sagte Millar, und das Studio wollte, dass man sich „breiter umschaut“. Gough lobt Ritchson heute ausdrücklich für seine Karriere mit Reacher.

Gescheitert ist der Pilot an der Fusion von The WB und UPN zum Sender The CW im Jahr 2006. „Die UPN-Leute kamen herein und haben aufgeräumt“, sagte Millar. „Aquaman war das erste Opfer dieser Fehde.“ Die Pilotfolge erschien später auf iTunes, Hartley kehrte ab der sechsten Staffel als Green Arrow nach Smallville zurück. Hätte Aquaman funktioniert, wäre laut Gough eine Serie über eine junge Diana Prince die nächste gewesen, mit Crossovers zu Clark und Lois.

Rosenbaum: Ein Drehbuch gibt es, ein Gespräch mit Gunn nicht

Deutlich skeptischer hatte sich im Oktober Michael Rosenbaum geäußert, was den Platz der Fortsetzung im DC-Universum von James Gunn angeht. „Ich hatte das Gespräch noch nicht wirklich“, sagte er im Interview mit ScreenRant. „Ich habe das Gefühl, James und seine Welt haben ihre eigenen Ideen davon, was sie machen, und ich bin mir nicht sicher, ob Smallville Teil dieser Gleichung ist.“

Ganz ohne Material steht das Projekt nicht da. Die Serienschöpfer Alfred Gough und Miles Millar hätten etwas für ihn geschrieben, das „spektakulär“ sei, so Rosenbaum. Mit Gunn, mit dem er befreundet ist, habe er darüber aber weder formell noch informell gesprochen. Er vermutet, dass DC Studios gerade beim Aufbau einer neuen Welt mit Superman und Supergirl keine zusätzliche Version derselben Figuren gebrauchen kann: „Vielleicht denken sie, wenn wir etwas mit Smallville machen, kollidiert das Neue mit dem Alten. Ich bin mir nicht sicher.“

Aufgeben will Rosenbaum die Idee trotzdem nicht, er rechnet nur in anderen Zeiträumen. Wenn der richtige Moment komme, werde er das Projekt vorstellen – „das kann in fünf Jahren sein“. Das ganze Ensemble wolle mitmachen, Gough und Millar ebenso, und er habe bereits Zeichnungen, wie die Animationsserie aussehen könnte. Jede Figur solle von ihrem früheren Darsteller gesprochen werden, und auch die „Freaks of the Week“ will er zurückbringen, also die Gegner der Woche, die die frühen Staffeln prägten.

Für sich selbst schließt Rosenbaum eine Zukunft im DCU dagegen nicht aus. Er würde „nichts lieber“ tun, als Teil dieser Welt zu sein, sagte er im selben Interview. Als Wunschrolle nennt er den Riddler, eine Figur, „die ausrasten kann“, ohne Lex Luthor zu sein. Ebenso gern würde er aber einen Helden spielen: In der Animationsserie Justice League hat er bereits The Flash gesprochen.

Welling: Poster fertig, grünes Licht fehlt

Wie weit die Pläne konkret sind, hatte zuvor Tom Welling verraten, der zehn Staffeln lang Clark Kent spielte. „Wir haben erste Entwürfe von einem Zeichner, wir haben sogar schon ein Poster, das wir natürlich nicht zeigen dürfen“, sagte Welling im Interview mit ScreenRant. „Aber die eigentliche Antwort ist: Warner Bros. muss uns grünes Licht geben.“ Die erste Folge von „Smallville” war am 16. Oktober 2001 bei The WB gelaufen.

Die Idee, die Welling seit einigen Jahren gemeinsam mit Rosenbaum verfolgt, ist eine animierte Fortsetzung, in der die Darstellerinnen und Darsteller der Serie ihre Figuren wieder selbst sprechen. Jeder aus dem Ensemble, mit dem man darüber gesprochen habe, sei sofort dabei gewesen, sagt Welling. Heute moderieren die beiden gemeinsam den Podcast TalkVille, in dem sie die Serie Folge für Folge noch einmal ansehen.

Inhaltlich hat Welling eine klare Vorstellung: Die Geschichte solle relativ kurz nach dem Serienfinale von 2011 einsetzen und eine eigene Version dessen erzählen, was danach geschah. Ob es bei dieser Idee bleibe, wisse er allerdings nicht. Das eigentliche Hindernis liegt ohnehin woanders. Ohne die Erlaubnis von Warner Bros., die Marke zu nutzen, geht nichts – „und das ist bislang einfach nicht passiert“.

Die Fusion macht es nicht leichter

Schon vor der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount sei das Projekt „ein Kampf bergauf“ gewesen, sagt Welling. Was die Fusion nun für die Fortsetzung bedeute, könne er nicht beurteilen. Aufgeben will er trotzdem nicht: „Wir kämpfen weiter. Wir sind optimistisch.“ Wie es um die Übernahme steht, verfolgen wir in unserer Chronik zur Fusion von Paramount und Warner Bros.

Im Oktober hatten Gough und Millar noch zurückhaltender geklungen. „Wir sagen niemals nie“, sagte Gough damals im Gespräch mit TheWrap. Mit den vielen Führungswechseln bei DC sei es aber „ein wenig knifflig“. Millar würde gern erzählen, wo die Figuren 25 Jahre später stehen, und ist überzeugt, dass das beim Publikum sehr gut ankäme. Nur ende jedes Gespräch darüber so wie immer bei dieser Serie: „Wir bekommen ein Nein.“

Ein Nein kennen die beiden aus der Entstehungszeit. Einen jungen Bruce Wayne und eine junge Wonder Woman hätten sie gern in die Serie geholt, beides sei jedes Mal verhindert worden. Selbst Lois Lane habe man ihnen zunächst nur für eine Handvoll Folgen zugestanden – Gough und Millar behielten sie trotzdem, ohne noch einmal zu fragen.

Welling hält sich das DCU offen

Eine Rückkehr in anderer Form schließt Welling ebenfalls nicht aus. Auf die Frage, ob er eine Rolle im DC-Universum von James Gunn annehmen würde, antwortete er, man tue sich keinen Gefallen, schon vorher Nein zu sagen. Ein gemeinsames Projekt mehrerer Superman-Darsteller nach dem Vorbild der Spider-Verse-Filme sei im vergangenen Jahr auf Conventions zwar Gesprächsthema gewesen, konkret geworden sei daraus aber nichts.

Dass ein Wiedersehen nicht abwegig ist, zeigt die jüngere Vergangenheit: 2019 schlüpfte Welling für das Arrowverse-Crossover Crisis on Infinite Earths noch einmal in die Rolle des Clark Kent. Den aktuellen Superman kennt er übrigens noch nicht. „Superman” steht auf seiner Liste, ansehen will er den Film aber erst, wenn seine beiden Söhne alt genug dafür sind.

Gough und Millar sind derweil mit anderem beschäftigt: Die dritte Staffel von „Wednesday” haben sie neun Monate lang in Irland gedreht. Für eine Rückkehr nach „Smallville” bräuchte es also nicht nur die Zusage von Warner Bros., sondern auch freie Kalender – und nach Rosenbaums Einschätzung womöglich einen Platz neben Gunns eigenem Superman.

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