Wonder Man macht eine vergessene Marvel-Serie heimlich zum offiziellen MCU-Kanon

Wonder Man: Darkforce-Verbindung zu Cloak & Dagger wirft Fragen auf Marvel

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30.01.2026 16:54 Uhr

Die Darkforce ist zurück und Marvel hat sich entschieden sie nicht neu zu erfinden. Das ist eine große Nachricht für Fans von Cloak & Dagger und ihren Platz im Kanon.

Die neue Marvel-Serie „Wonder Man” stellt eine direkte Verbindung zu einer früheren TV-Produktion her und belebt damit eine langjährige Debatte. Mit der Einführung der sogenannten „Darkforce” stellt sich erneut die Frage nach der Kanonizität von Serien, die bisher außerhalb des etablierten Marvel Cinematic Universe (MCU) standen.

In der vierten Episode von „Wonder Man” wird der Fokus vorübergehend von der Hauptfigur Simon Williams (Yahya Abdul-Mateen II) auf eine andere Geschichte gelenkt. Die Erzählung beleuchtet die tragische Verwandlung von DeMarr Davis (Byron Bowers) in den Superhelden „Doorman”. Auslöser ist eine Begegnung mit einer zähflüssigen, schwarzen Substanz, die aus einem Container der Firma Roxxon in einer Gasse austritt.

Der Auslöser für Davis' Transformation ist für Kenner des Marvel-Kosmos von besonderem Interesse. Diese „Darkforce” feiert zwar ihr offizielles Debüt im Kern-MCU, ist aber in Marvels TV-Landschaft keine Unbekannte. In der Serie „Marvel's Cloak & Dagger”, die von 2018 bis 2019 lief, baute ihre gesamte Handlung auf diesem Element auf. Dort erlangte die Figur Tyrone Johnson (Aubrey Joseph) nach einer Energieexplosion auf einer Roxxon-Bohrinsel die Fähigkeit, die Darkforce zu manipulieren.

Die Ähnlichkeiten zwischen den Darstellungen in „Wonder Man” und „Cloak & Dagger” wirken gezielt. In beiden Fällen ist der zwielichtige Konzern Roxxon, der seit Jahren eine Hintergrundrolle im MCU spielt, in die Ereignisse verwickelt. Sowohl DeMarr Davis als auch Tyrone Johnson kommen durch einen Zufall mit der Substanz in Kontakt. Darüber hinaus wird die „Darkforce-Dimension” in beiden Serien als eine separate Existenzebene mit eigenen physikalischen Gesetzen dargestellt.

Auch in anderen Marvel-Produktionen tauchte die Darkforce bereits auf. Die Marvel-Serien „Marvel's Agent Carter” und „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.”, deren Zugehörigkeit zum offiziellen Kanon unter Fans intensiv diskutiert wird, nutzten das Konzept ebenfalls. In all diesen Serien wurde die Darkforce als instabile, korrumpierende und unvorhersehbare Kraft charakterisiert. „Wonder Man” setzt diese Tradition fort, anstatt eine neue Erklärung für das Phänomen zu liefern.

Anstatt die Darkforce neu zu erfinden, führt „Wonder Man” sie ohne eine detaillierte Erklärung ihrer Herkunft oder Eigenschaften ein. Diese erzählerische Entscheidung ermöglicht es, dass die Darkforce des MCU reibungslos neben dem bestehenden Kanon der früheren TV-Serien existieren kann. Damit öffnet Marvel Studios die Tür für eine mögliche Integration von „Cloak & Dagger” auf eine Weise, wie es bisher nicht der Fall war. Die Kräfte von Tyrone Johnson benötigen keine Neukontextualisierung, da sie bereits in das etablierte Schema passen.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass Marvel-Charaktere aus „Cloak & Dagger” im nächsten „Marvel's The Avengers”-Film auftreten könnten. Es deutet jedoch darauf hin, dass Marvel Studios zunehmend bereit ist, seine älteren Serien auf subtile Weise anzuerkennen. Über Jahre hinweg nahm „Cloak & Dagger” eine Sonderstellung ein: von Fans geschätzt, aber nach dem Start der Disney+-Serien weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Ereignisse in „Wonder Man” könnten der Serie nun einen Weg ebnen, offiziell kanonisiert zu werden, ohne dass ihre Geschichte nachträglich verändert werden muss. Im MCU ist dies oft die Methode, mit der der Kanon leise erweitert wird.

Abenteuer
Action
Science Fiction
Start
16.12.2026
Regisseur/in
Anthony Russo
Joe Russo
Drehbuch
Stephen McFeely
Michael Waldron