MCU Spider-Man: Warum Brand New Day Peter Parker retten muss
Tom Hollands Peter Parker hat im MCU fast alles verloren – vor allem seine Charaktertiefe. Der kommende Film Brand New Day bietet die perfekte Chance für einen echten Neuanfang.
Jede Live-Action-Adaption von Spider-Man bringt ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen mit sich. Das betrifft vor allem die Frage, wie Peter Parker dargestellt wird und wie seine charakterliche Entwicklung aussieht. Tobey Maguires Peter durchläuft in seiner Trilogie beispielsweise keinen echten Handlungsbogen, sondern bleibt eher statisch – abgesehen von dem Moment, in dem er vorübergehend seine Kräfte verliert und sich mit dem Alien-Symbionten verbindet.
Erinnerst Du Dich? In „The First Avenger: Civil War” war Tom Hollands Peter viel zu sehr von Tony Stark fasziniert, um dessen Motive zu hinterfragen. Schlimmer noch: Seine Home-Trilogie radierte seine Charakterentwicklung mit jedem neuen Teil im Grunde wieder aus. Der kommende Film „Spider-Man: Brand New Day” erntet nun genau das, was diese Trilogie gesät hat – denn von Peter ist buchstäblich nichts mehr übrig.
Die leere Hülle des MCU
Sicherlich trifft Peter nicht die alleinige Schuld an seinem Abhängigkeitsproblem von Tony Stark. Dennoch kassiert er keine Pluspunkte dafür, dass er sich in „Spider-Man: Homecoming” fast ausschließlich von einer KI leiten lässt, bevor er seinen High-Tech-Anzug abgeben muss. In „Spider-Man: Far From Home” verliebt er sich dann plötzlich Hals über Kopf in Michelle, während Liz Allan völlig aus dem Bild verschwindet. Auf einmal will er nur noch ein normaler Teenager sein, nachdem er im Vorgängerfilm nichts sehnlicher wollte, als als Spider-Man akzeptiert und ein Avenger zu werden.
Die große Ironie des MCU liegt auf der Hand: Erst am Ende von „Spider-Man: No Way Home” wird Peter technisch gesehen zum „freundlichen Spider-Man aus der Nachbarschaft”. Völlig auf sich allein gestellt, findet er seinen Weg durch die berühmte Botschaft seiner Tante:
Mit großer Macht muss auch große Verantwortung einhergehen.
Dieser Moment hat die vorangegangene Trilogie im Grunde komplett retconned. Seit vier Jahren lebt Peter nun wie ein Geist, sobald er nicht sein neues rot-blaues Kostüm trägt.
Ist Peter Parker überhaupt noch ein Charakter?
Blickst Du auf Andrew Garfields Peter in „The Amazing Spider-Man”, erkennst Du sofort eine überstürzte Entwicklung. Er wechselt abrupt von der Jagd auf den Mörder seines Onkels zur Verfolgung von Dr. Curtis Connors alias Lizard. In „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro” hält er Gwen Stacy hin und spielt mit ihren Gefühlen, als er egoistisch beschließt, wieder mit ihr zusammen sein zu wollen. Doch bei all seinen Fehlern: Er war zumindest ein greifbarer Charakter.
Tom Hollands Peter behält zwar die Erinnerungen an sein Leben, doch in „Spider-Man: Brand New Day” steht er wie eine komplett leere Leinwand vor uns. Schließlich vergehen nach No Way Home ganze vier Jahre in der Handlung. Das macht ihn erneut zu einem völlig neuen Charakter, nachdem seine Entwicklung bereits durch den fünfjährigen Blip zwischen „Avengers: Infinity War” und „Avengers: Endgame” brachlag.
Der Held im Kostüm mag aufblühen, doch für den anstehenden Film unter der Regie von Destin Daniel Cretton bleibt zu hoffen, dass Marvel endlich das Fundament gießt, um auch Peter Parker wieder zu einer spannenden Figur zu machen. Der Cast rund um Tom Holland, Zendaya, Jacob Batalon und Mark Ruffalo als Bruce Banner / Hulk bietet jedenfalls das perfekte Werkzeug dafür. Am 30. Juli 2026 erfährst Du im Kino, ob dieser Neustart gelingt.
- Start
- 30.07.2026
- Regisseur/in
- Destin Daniel Cretton
- Drehbuch
- Chris McKennaErik Sommers
- Franchise / Filmreihe(n)