Ghost Rider: Der Autor des Cage-Sequels rät Gosling zur düsteren Variante

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Scott M. Gimple schrieb 2011 das Ghost-Rider-Sequel mit Nicolas Cage. Jetzt sagt er, was der Neustart mit Ryan Gosling anders machen sollte: düsterer, ernster, näher an den Comics der letzten zwanzig Jahre.

Zum neuen Ghost-Rider-Film hat sich jetzt jemand geäußert, der den letzten Versuch von innen kennt: Scott M. Gimple schrieb gemeinsam mit Seth Hoffman das Drehbuch zu „Ghost Rider: Spirit of Vengeance”, dem Sequel von 2011, in dem Nicolas Cage zum letzten Mal Johnny Blaze spielte. Auf der Multicon 2026 hat Gimple The Direct ein Interview gegeben und darin einen klaren Rat für den Neustart mit Ryan Gosling formuliert.

Einordnen muss man das sofort: Gimple ist heute Chief Content Officer des Walking-Dead-Universums bei AMC und am neuen Film nicht beteiligt. Was er sagt, ist keine Studioaussage und verrät nichts über den Inhalt des Films. Es ist das Urteil eines Autors über sein eigenes gescheitertes Projekt — und gerade deshalb die erste belastbare Stimme dazu, was der Figur im Kino bisher gefehlt hat.

Warum „Spirit of Vengeance” so wurde, wie er wurde

Gimple redet sein Drehbuch nicht schön, schiebt das Ergebnis aber auch nicht von sich weg. Er erklärt es über den Unterschied der Medien: Fernsehen sei ein Autorenmedium, in dem ein Showrunner die Vision treibe, Film dagegen gehöre dem Regisseur. „Regisseure sind im Film sozusagen die Showrunner”, sagt er The Direct.

Inszeniert wurde „Ghost Rider: Spirit of Vengeance” vom Duo Mark Neveldine und Brian Taylor, und die hätten den Ball aufgenommen und seien damit gelaufen, so Gimple. Sie hätten eine unverkennbare Stimme und einen unverkennbaren Stil gehabt und aus dem Drehbuch etwas Eigenes gemacht. Wild und verrückt sei das geworden, mit Momenten, die ihn umgehauen hätten — „Drehbuchschreiben: ein anderes Tier”, sagt er über den Abstand zwischen Vorlage und fertigem Film.

Der Film blieb kommerziell wie bei der Kritik hinter den Erwartungen zurück. Danach fielen die Filmrechte an der Figur 2013 von Sony an Marvel zurück, und im Kino war dreizehn Jahre lang Ruhe.

Sein Vorschlag: die Comics der letzten zwanzig Jahre

Gefragt, was der neue Film besser könne, verweist Gimple auf seine eigene Herkunft aus den Comics. Ghost Rider sei eine Figur, die sich stark entwickelt habe und heute eine andere sei als zu Beginn. „Ich würde gern den jüngeren Ausdruck von Ghost Rider sehen, so wie in den letzten zehn, zwanzig Jahren. Der ist ein bisschen rauer. Ein bisschen ernster. Ich glaube, das wäre ein interessanter Zug”, sagt er.

Die frenetische Verrücktheit seines eigenen Films habe als Fan durchaus ihren Reiz gehabt, meint Gimple — nur sei das eben schon gemacht. „Sie haben die größere, lautere, verrücktere Variante schon gedreht. Die Nine-Inch-Nails-Fassung zu machen, das fände ich cool.”

Deckung findet dieser Vorschlag in der Vorlage. Marvel hat Johnny Blaze in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung Horror verschoben; die 2022 gestartete Serie von Benjamin Percy etwa setzt ihn in eine auf den ersten Blick heile Kleinstadt, in der er nicht begreift, was um ihn herum vorgeht. Ein Rat ist das aber eben nur, kein Hinweis auf eine Entscheidung: Zu Tonlage oder Altersfreigabe des Films von 2028 hat Marvel Studios bislang nichts gesagt.

Was für den Film von 2028 belegt ist

Der Film steht in Entwicklung. Gosling spielt die Titelrolle, Regie führt Shawn Levy, der für Marvel schon „Deadpool & Wolverine” inszeniert hat, das Drehbuch schreibt Jonathan Tropper. Gosling und Levy haben die Idee während der Dreharbeiten zu „Star Wars: Starfighter” miteinander entwickelt. Alle Daten zum Starttermin und zur Einordnung in die kommende Phase stehen in unserer Übersicht aller Marvel-Starttermine und in der Einordnung zu MCU Phase 7.

Ein deutscher Kinostart ist bislang nicht bestätigt. Marvel Studios hat für den deutschsprachigen Raum keinen Termin genannt, und solange das so ist, bleibt jede Zahl dazu eine Ableitung und keine Information.

Was Gimples Einwurf wert ist, wird sich erst zeigen, wenn Levy und Tropper ihre eigene Tonlage offenlegen. Interessant ist er als Befund von einem, der es versucht hat: Nicht das Konzept habe beim letzten Mal nicht getragen, sondern der Zugriff darauf.

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