Supergirl als Antiheldin bestätigt: James Gunns düstere Vision für Kara Zor-El

Supergirl als Antiheldin bestätigt: James Gunns düstere Vision für Kara Zor-El Warner Bros.

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02.03.2026 12:30 Uhr

Vergiss das strahlende Pfadfinder-Image: James Gunn und Milly Alcock klassifizieren die neue Supergirl offiziell als 'Antiheldin'. Warum das DCU damit moralisch komplexer wird als alles, was wir bisher sahen.

Schluss mit der reinen Weste

James Gunn baut das neue DC Universe nicht auf simplen Schwarz-Weiß-Malereien auf, sondern auf Spannung. Während David Corenswets Superman als das klassische, gutherzige Ideal den Anker bildet, wird seine Cousine einen ganz anderen Weg einschlagen. Es ist nun offiziell: Kara Zor-El wird im kommenden Blockbuster als waschechte Antiheldin eingeführt. Diese Bestätigung kommt direkt von der Spitze der Nahrungskette – James Gunn selbst, sowie Regisseur Craig Gillespie und Hauptdarstellerin Milly Alcock.

Für dich als Fan bedeutet das: Wir bekommen keine weibliche Kopie von Superman, sondern eine traumatisierte Kriegerin, die mit ihrer Rolle hadert. Das 'S' auf der Brust bedeutet für Kara anfangs etwas völlig anderes als für Kal-El.

Eine widerwillige Retterin

Milly Alcock („House of the Dragon”) brachte es kürzlich auf den Punkt: Kara ist eine Heldin wider Willen. Im Gegensatz zu früheren Darstellungen, etwa im Arrowverse, akzeptiert diese Version von Supergirl ihre Rolle als Beschützerin nicht einfach. „Sie ist eine Antiheldin in dem Sinne, dass sie diese Rolle nicht will”, erklärte Alcock. „Sie ist zögerlich.”

Das macht die Figur für uns greifbarer und, ironischerweise, menschlicher. Kara muss erst der „Held ihrer eigenen Geschichte” werden. James Gunn unterstrich dies mit einem knappen, aber deutlichen Statement: „Sie ist eine Antiheldin.” Punkt. Damit ist die tonale Marschrichtung für den Film, der am 25. Juni 2026 in die Kinos kommen soll, festgelegt.

Das Trauma macht den Unterschied

Warum dieser harte Bruch mit dem Image? Der Schlüssel liegt in der Origin-Story, die Gunn aus Tom Kings gefeierter Comic-Vorlage Woman of Tomorrow adaptiert. Während Superman als Baby zur Erde kam und eine behütete Kindheit genoss, sah Kara zu, wie ihre Zivilisation vernichtet wurde. Sie wuchs auf einem sterbenden Brocken Krypton auf, umgeben von Tod und Verlust.

Diese Kara ist „rougher around the edges”. Sie hat eine harte Schale entwickelt, um zu überleben. Wenn sie auf Charaktere wie Jason Momoas Lobo trifft, wird sie nicht verhandeln – sie wird austeilen. Diese emotionale Tiefe und das Verständnis für ihre Komplexität waren laut Berichten ausschlaggebend dafür, dass Ana Nogueiras Drehbuch so schnell grünes Licht erhielt.

Ein Universum voller Grauzonen

Supergirl steht mit dieser Charakterisierung nicht allein da. Sie ist Teil einer systematischen Strategie von James Gunn, das DCU mit moralisch ambivalenten Figuren zu bevölkern. Sie ist bereits die neunte Figur in Gunns neuem Kanon, die das Label „Antiheld” trägt oder in Grauzonen operiert:

  • Peacemaker (Christopher Smith): Liebt den Frieden so sehr, dass er dafür tötet. Ein Paradoxon auf zwei Beinen.
  • Creature Commandos: Figuren wie The Bride oder G.I. Robot kämpfen für das Gute, aber ihre Methoden sind alles andere als sauber.
  • Vigilante: Ein selbsternannter Verbrechensbekämpfer, der Gewalt als Hobby betrachtet.

Sogar Lex Luthor könnte in Zukunft eine ähnliche Wandlung durchmachen. Berichten zufolge plant Gunn, den Erzfeind in kommenden Projekten (potenziell im Kampf gegen Brainiac) eher als zweckmäßigen Verbündeten denn als klassischen Schurken zu inszenieren.

Dass Supergirl offiziell als Antiheldin klassifiziert wird, ist das spannendste Versprechen für das neue DCU. Es garantiert Konflikte – nicht nur mit Bösewichten, sondern auch innerhalb der „Justice League”. Wenn Kara 2026 abhebt, erwarten wir kein strahlendes Symbol der Hoffnung, sondern eine Figur, die sich ihre Menschlichkeit erst hart erkämpfen muss.

Abenteuer
Action
Science Fiction
Titel
Supergirl
Start
25.06.2026
Regisseur/in
Craig Gillespie
Drehbuch
Ana Nogueira
Franchise / Filmreihe(n)