Man of Tomorrow: Gunn dämpft die Erwartung an geheime DC-Auftritte
Auf die Frage nach geheimen DC-Figuren in „Man of Tomorrow“ antwortet James Gunn auf Threads knapp: Es sei ein Film über Lex und Clark. Was das für die Justice Gang heißt – und warum das Wonder-Woman-Gerücht um Adria Arjona trotzdem weiterlebt.
Es ist eines dieser Gerüchte, die sich nicht totkriegen lassen: In „Man of Tomorrow” sollen heimlich weitere DC-Figuren stecken, über die niemand spricht. James Gunn hat dem jetzt selbst widersprochen – und dabei auch das älteste Gerücht der Produktion noch einmal erledigt: dass Adria Arjona die neue Wonder Woman sei.
Gunn: „Es ist ein Film über Lex und Clark”
Auf Threads fragte ein Nutzer den Co-Chef der DC Studios, ob er nach dem Ende der Green-Lantern-Serie anfange, die geheimen Figuren aus dem Superman-Film zu enthüllen. Gunns Antwort fällt kürzer aus, als die Frage erwartet hatte: „Welche geheimen Figuren? Es ist ein Film über Lex und Clark. Die Leute sollten keine nennenswerten Mengen anderer Figuren erwarten.”
In einem zweiten Post schob er nach, was er damit meint: Es gehe sowohl um die Zahl neuer Figuren als auch um die Leinwandzeit derjenigen, die in „Superman” keine Kernfiguren waren – Brainiac ausgenommen. Die Sache sei „völlig aus dem Verhältnis geraten”, das meiste davon schlicht falsch. Für einen Studiochef, der sonst gern Erwartungen bedient, ist das ungewöhnlich deutlich.
Was das für die Justice Gang heißt
Bekannt ist eine ganze Reihe von Rückkehrern: Aaron Pierre wechselt als John Stewart von „Lanterns” auf die Kinoleinwand, Nathan Fillion ist wieder Guy Gardner, Milly Alcock steht als Supergirl erneut neben Corenswet, Isabela Merced kehrt als Hawkgirl zurück und Xolo Maridueña bringt Jamie Reyes ins DCU. Gunns Einschränkung richtet sich nicht gegen diese Besetzungen – sie richtet sich gegen die Annahme, jede davon bedeute einen eigenen Handlungsstrang.
Das ist die eigentliche Information: Die Namen stimmen, die Erwartung an ihren Umfang nicht. Wer mit einem zweiten Ensemblefilm nach dem Vorbild von „Superman” rechnet, wird nach dieser Auskunft eher einen Zweikampf zwischen Clark Kent und Lex Luthor bekommen, an dessen Rand ein paar Bekannte vorbeikommen.
Woher das Wonder-Woman-Gerücht kommt
Der Ursprung liegt in einer Lücke. Mitte April 2026 meldete der Hollywood Reporter, dass Arjona zur Besetzung von „Man of Tomorrow” stößt – aber ohne Rollennamen. Empire sprach von einer mystery role. Wenn eine bekannte Schauspielerin in einem großen Superheldenfilm besetzt wird und niemand sagt, als was, füllt das Netz die Leerstelle binnen Stunden selbst.
Die Ausgangslage machte den Kurzschluss besonders leicht. Schon im September 2025 kursierten Listen möglicher Wonder-Woman-Darstellerinnen für das neue DCU, auf denen Arjona neben Ana de Armas und Alexandra Daddario stand. Wer ein halbes Jahr später las, dass sie in einem Superman-Film mitspielt, hatte die Rechnung fertig im Kopf – und verbreitete sie weiter.
Was tatsächlich gilt
Die Lücke war nur wenige Tage offen. Am 20. April 2026 meldete Deadline, welche Figur Arjona übernimmt: Maxima. Seitdem ist die Rolle kein Gerücht mehr, sondern eine reguläre Besetzungsmeldung – sie steht in jeder Cast-Übersicht zum Film.
Am Leben hält das Gerücht vor allem, dass Arjona selbst konsequent schweigt. Sie hat ihre Rolle bis heute nicht bestätigt und begründet das damit, dem Publikum die Überraschung nicht nehmen zu wollen. Genau dieses Schweigen lesen manche als Hinweis auf etwas Größeres – obwohl die Antwort seit April auf dem Tisch liegt.
James Gunn hatte der Wonder-Woman-Deutung ohnehin schon früher den Boden entzogen und Diana Prince für „Man of Tomorrow” ausdrücklich ausgeschlossen. Arjona reiht sich stattdessen in ein Ensemble ein, zu dem David Corenswet als Superman, Nicholas Hoult als Lex Luthor, Rachel Brosnahan als Lois Lane, Lars Eidinger als Brainiac und Edi Gathegi als Mister Terrific gehören.
Inzwischen ist der Film abgedreht. Er startet am 8. Juli 2027 in den deutschen Kinos, einen Tag vor dem US-Start – wo er im Gesamtplan des Universums steht, zeigt unsere Reihenfolge der DCU-Filme.
Wer ist Maxima?
Maxima ist die Kriegerkönigin des Planeten Almerac. Ihren ersten Auftritt hatte sie 1990 in Action Comics #645 – und damit in einem Superman-Heft, was ihre Aufnahme in einen Superman-Film deutlich naheliegender macht als jede Amazonenprinzessin.
Ihre Prämisse in den Comics ist so schlicht wie unangenehm: Maxima sucht einen ebenbürtigen Partner, um die Herrschaft über ihr Reich zu sichern, kommt zur Erde und nimmt Superman ins Visier. Dass er kein Interesse hat, hält sie nicht auf. An Kämpfen mangelt es in dieser Konstellation nicht: Maxima verfügt über übermenschliche Stärke, kann fliegen und beherrscht Telepathie und Telekinese.
Für einen Superman-Film ist das eine dankbare Figur. Maxima ist keine klassische Weltzerstörerin, sondern eine Gegnerin, die Superman persönlich angeht – und die ihm körperlich gewachsen ist. Spätere Comic-Runs haben sie mehrfach die Seiten wechseln lassen, unter anderem als Mitglied der Justice League Europe.
Warum das Gerücht trotzdem nicht stirbt
Weil die Frage dahinter offen ist. Wonder Woman hat im DCU bislang weder eine Darstellerin noch einen Termin. Gunn hat das Reboot zwar als Priorität bezeichnet, und mit Paradise Lost ist eine Serie rund um Themyscira angekündigt – ein Startdatum gibt es für beides nicht.
Solange diese Leerstelle besteht, wird jede weibliche Neubesetzung im DCU reflexhaft zur Kandidatin erklärt. Das sagt wenig über die jeweilige Rolle und viel darüber, worauf das Publikum eigentlich wartet. Gunns Antwort dürfte daran wenig ändern – aber sie ist die deutlichste, die es bisher gab.
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